26 Mai 2018

Joggen Oktober 17 - Mai 2018

Genau genommen ist es jetzt schon über ein Jahr, dass ich regelmäßig laufe und mich jede Woche 2-3 Mal früh morgens vor dem Arbeiten an die frische Luft traue.

Im Herbst habe ich Euch *hier* meinen letzten Bericht dazu geschrieben, damals habe ich etwas vor dem kälteren Temperaturen im Winter "gezittert" und große Befürchtungen gehabt, dass ich vielleicht die Lust am Laufen verliere. 

Im Oktober habe ich dann den Weg in ein Fitnessstudio gesucht, mit dem Ziel, meine Fitness über den Winter zu halten. Ich war zum Fitness-Check, der erstaunlicherweise sehr gut ausgefallen ist und ein paar Mal zum Kennenlernen der Geräte da. Meinen Vertrag habe ich bewußt nur für drei Monate abgeschlossen, einfach in weiser Voraussicht, dass ich im Frühling unbedingt wieder draußen laufen wollte.


Ich bin voller Enthusiasmus an das Projekt "Fitnessstudio" herangegangen und habe nach den ersten Trainingseinheiten an den Geräten den Muskelkater meines Lebens gehabt. Alter, da bleibt die vornehme Sprache echt auf der Strecke - ich konnte nichts mehr, mit tat einfach alles so dermaßen weh, dass ich sogar Schmerzmittel genommen habe, weil ich sonst den Alltag nicht geschafft hätte. 

So bin ich dann ein paar Mal hin und auf dem Laufband gelaufen.... und habe mich dabei erwischt, wie ich traurig Richtung Fenster geschaut habe und immer wieder festgestellt habe, dass die Sonne scheint und es gar nicht regnet und ich eigentlich total gut hätte draußen laufen können. 


In Woche drei, ich habe gerade das Laufband am offenen Fenster ergattert, habe ich beschlossen, dem Wunsch nach "Draußen" einfach statt zu geben und die nächste Einheit draußen zu laufen. 

Mensch, was war das geil! Mit ein paar Grad über null ein bisschen kalt, die Fleecepullis vom Skifahren sind irgendwie nicht die richtige Kleidung zum laufen, aber einfach geil. 

Am nächsten Tag bin ich direkt morgens in den Sportladen gefahren, habe eine lange, leicht gefütterte Laufhose gekauft, eine dünne Beanie für eventuelle Regengüsse, Oberteile mit langem Arm, eine Weste und eine Laufjacke, die vorne wind- und wasserdicht, rückwärtig aber atmungsaktiv ist und ein zweites Paar Laufschuhe, wenn meine denn dann mal gut nass und matschig geworden sind. 

Ich könnt Euch gar nicht vorstellen, wie hammermäßig die erste Trainingseinheit als "Winterläufer" war. Ich hab heimlich im Wald gejauchzt, außer mir war keiner so bekloppt morgens im Regen bei 4 Grad durch den Wald zu rennen, und einfach nur den Körper mit Sauerstoff geflutet. 

Zuhause angekommen, habe ich mich verdreckt und nass wie ich war an dem iMac gesetzt und fristgerecht meinen Vertrag im Fitnessstudio gekündigt. 


Irgendwann war ich nochmal da, bin meine Stunde auf dem Laufband gelaufen und anschließend in der Sauna gewesen, das war ganz nett. Aber meinen Entschluss, diesem "Experiment" ein Ende zu setzen, hat dieser letzte Besuch keinen Abgang getan. 

An Sylvester waren wir mit einem befreundeten Pärchen zum verlängerten Wochenende in Belgien und dort bin ich dann mit meiner Freundin das erste Mal 10 km gelaufen. Was für ein Wahnsinnsgefühl. Um Mitternacht dann, wurde ich ganz sentimental und habe mich bei Ihr bedankt, dass sie mich im März zu diesem neuen Hobby und meinem Mehrwert 2017 gebracht hat. 


Sogar Karneval habe ich regelmäßig meine Runden gedreht und das ein oder andere Kölsch zu viel wurde fleißig wieder abtrainiert. An Rosenmontag folgte dann nochmal ein sehr langer und anstrengender Lauf und dann ging es sowas von Berg ab mit mir. 

Ich hatte die  Influenza und sage und schreibe 16 Tage lang mit Fieber zu kämpfen, irgendwann kam noch eine Bronchitis und eine Seitenstrangangina hinzu. Nach exakt 8 Wochen Pause habe ich dann ganz mutig meine Laufschuhe wieder angezogen und bin 5 km gewalkt und war todtraurig, dass ich es a. anstrengend fand, b. ich danach eine halbe Stunde auf dem Sofa lag und gar nichts mehr ging und c. Angst hatte, dass das regelmäßige Training dahin war und ich bei Null anfangen musste. 

Über die Runtastic App hat man ja sehr schön einen Überblick, wie oft und wie weit man in den einzelnen Monaten gelaufen ist und da stand tatsächlich für Februar 15 km und für März 0 km. So ein Mist, mein ganzes Jahreslaufziel für den Pöppes. Ich bin also ganz langsam Anfang April wieder gestartet und konnte mich von Trainingseinheit zu Trainingseinheit wieder steigern. 

So schnell wie noch im Januar bin ich nicht, aber ich laufe aktuell viel weiter als im Januar. Meine Trainingseinheiten sind 2 x 10-11 km die Woche und 1 x 7-8 km. Ich schaue, dass ich auf jeden Fall eine gute Stunde laufe, aber nicht länger als 1,5 Stunden. 

Um mir diese Zeit einrichten zu können, wird halt abends der Haushalt gemacht und Wäsche sortiert und aufgeräumt und alles das, was halt in einem 4 Personen Haushalt so anfällt *lach*. Morgens früh gehe ich laufen, auf dem Nachhauseweg einkaufen und Erledigungen abarbeiten, dann Zuhause duschen und spätestens um 10 Uhr sitze ich am Schreibtisch und arbeite. 

Natürlich kann es passieren, dass ich je nach Aufträgen auch Nachmittags arbeiten muss, wenn die Kids da sind, aber das ist nicht schlimm und lässt sich meistens gut vereinbaren. 


Auf meiner Runde letzten Mittwoch habe ich mir die Zeit genommen und meine liebsten Laufpanoramen fotografiert. Sei es die Bank, die im Schatten steht und nur der dahinterliegende, weiße Stein wird angestrahlt. Oder der verdrehte Ast an dem Baum, vor dem die nächste Bank steht. Der Weg den kleinen Berg hoch, ist durch die Bäume niedriger und schattiger, es riecht immer etwas feuchter und waldiger dort, und dann oben angekommen, sind die Bäume höher, der Wald lichter und die Wege breiter. 

Ich würde am liebsten mal eine Tonaufnahme machen, dass ich Euch das Gezwitscher der Vögel hören lassen kann. Außerdem sehe ich oft Tiere. Wildschweine, Füchse, Rehe sind oft zu sehen, eine Blindschleiche oder Frösche oder eine Maus seltener. 

Mein Kopf resetet einfach bei meinen Trainingseinheiten und ich weiß gar nicht, wie ich es vorher durch den Alltag geschafft habe, ohne ein funktionierendes Ventil. Eine Zeitlang war es, glaube ich, das Nähen. Aber dadurch das die Tage aktionreicher und aktiver geworden sind, bin ich abends einfach durch und kann mich auch nicht mehr so gut konzentrieren. Es bringt einfach nichts mehr, abends zu nähen. 

Was noch gut geht, ist das Arbeiten an der Stickmaschine. Dann läuft nebenbei eine Serie auf dem iMac oder ein Film und ich füttere die Lady mit verschiedenen Garnen und Stoffen. So sind in der letzten Zeit zwei wundervolle Shirts entstanden, die zeige ich Euch aber in einem separaten Post. 

Ich hoffe, dass die Foto Euch ein bisschen anstecken, die Natur zu genießen und einfach Zeit draußen zu verbinden. 

In diesem Sinne, habt eine schöne Zeit, Eure Sandra 

Kommentare:

  1. Liebe Sandra,

    Ich finde Deine neue Laufleidenschaft beeindruckend und inspirierend. Aufgrund Deiner positiven Berichte und den zunehmend bedrückenden Spiegelbild schnüre ich seit einigen Wochen auch die Laufschuhe und bin über deutlich verbesserte Kondition und schrumpfenden Pöker hoch erfreut. Die größte Hürde ist genommen, wenn die Schuhe am Fuß und die Türe auf ist 😂

    Ganz viele liebe Grüße vom Bodensee,
    Mona

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  2. Wow sehr diszipliniert... Aber auch eine sehr schöne Natur, die du da zugänglich hast... Das würde mich auch mal reizen dort lang zu joggen:) Liebe Grüße aus unserem Hotel in Schenna

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