15 März 2018

Einmal Kopf frei, bitte!

Ich habe das Gefühl, dass das letzte Jahr nur so an mir vorbei gerauscht ist. Im September habe ich mich dazu entschlossen, meiner Leidenschaft für Grafiken und Design eine Chance zu geben und habe mich für ein Fernstudium Grafik Design eingeschrieben. Voll motiviert bin ich in die erste Klausur gestartet und habe diese eingereicht. Mit ner 1,0 Benotung bin ich quasi vier Köpfe größer durchs Haus spaziert. Ihm ja.... 1 von 28 Klausuren, muss ich dazu sagen. Also ich habe quasi die Einleitung eines 1000 Seiten Romans gelesen und "schimpfe" das Vorhaben Fernstudium. 

Ich habe mir ganz fest vorgenommen, das ganze durchzuziehen. Wenn ich den Schritt schon gehe, dann bitte richtig! Man hat nicht immer im Leben die Chance, einen Traum Wirklichkeit werden zu lassen und so ein Experiment zu wagen. 

Wie so viele von Euch, bin ich in der Elternzeit zum Nähen, Plotten, Sticken usw. gekommen. Aus einem Hobby wurde eine Aufgabe. Die Kinder wurden größer, sind in Schule und Kita bestens versorgt und eben schon so groß, dass es Zeit war, wieder einem Beruf und damit einem monatlichen Einkommen nachzugehen. Die von Euch, die meine CoelnerLiebe schon etwas länger verfolgen, kennen meinen Werdegang schon. Von "ich versuche mal, was draus wird" bin ich über "das wird sich nie richtig lohnen" zu "ich würde gerne, weiß aber nicht wie" Schritt für Schritt weitergekommen und kann Stand heute sagen "alles war genau richtig so, wie ich es gemacht habe".



Im Herbst letzten Jahres zog das Geschäft rund um die CoelnerLiebe sehr gut an und mit jedem Ebook, jedem fertigen Produkt im Shop kamen ein paar CoelnerLiebe Fans dazu. Damit stieg auch die Arbeit und hin und wieder hat mein bis dato perfektes Vorhaben, nur Vormittags zu arbeiten, ein bisschen gewackelt. Das Weihnachtsgeschäft war richtig knackig und dann habe ich kurzentschlossen kurz vor Weihnachten fast drei Wochen pausiert. Ich habe es in vollen Zügen genossen und lege sehr viel Wert darauf, mir diese Notbremse zu erhalten. 


Ich mache mir nichts vor, ich habe eine schöne kleine Firma und da nur ich diese Firma bin, kann ich auch nur meine Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Und diese steht nunmal nur halbtags zur Verfügung, weil ich die zweite Tageshälfte eben für die Familie "arbeiten" möchte und auch noch mir gerecht werden will. 

Seit März 2017 bin ich dem Laufen verfallen. Und das ist mein Ausgleich für wirklich alles. Egal wie oft ich gedacht habe, dass ich zu müde zum Laufen bin, war es nicht der Körper, sondern der Kopf, der müde war. Schuhe an, Laufklamotten an, Türe auf und raus. Egal bei welchem Wetter. Es ist einfach so geil, wenn die frische Luft mir durch den Kopf rauscht und sich dieser Takt einstellt. Musik, Schritt für Schritt, über Stock und Schein, den Wind im Gesicht, gerne auch Regentropfen, es riecht alles so einzigartig und der Kopf resetet sich. Traumhaft!


Und so purzelten die Wochen ins Land, gemischt aus dem Cocktail, der mein Leben ausmacht. nur irgendwie hatte das Lernen keine Priorität und das gemütliche Nähen auch nicht mehr. Meine perfekt getimte Woche sprudelte nur so an mir vorbei. Dann war plötzlich Karneval und dann kam eine fette Grippe und anschließend noch ein oder zwei Infekte - die letzten Wochen waren bescheiden. 

In den letzten Tagen konnte ich endlich wieder arbeiten, habe das Ebook SnapPap Label DIY veröffentlich und die Label Deluxe in den Shop mit aufgenommen. Wieder ein Schritt mehr in die richtige Richtung. Und ich habe zwei Klausuren nachgeholt (jetzt hänge ich nur noch einen Monat hinterher *Tschakka*), die erste Note war auch sehr gut, auf die zweite warte ich noch. 

Am schönsten finde ich, dass ich die Lerninhalte 1:1 für meine CoelnerLiebe nutzen und neu Erlerntes direkt umsetzen kann. Die nächsten Wochen dreht sich alles rund um Photoshop - und ich erstelle neue Deckblätter und Produktfotos für meinen Shop. Das macht vielleicht Spaß! 

Und so, wie ich dem Shop einen Frühjahrsputz verpasse, kommt es jedes Jahr im März über mich *lach* - da soll mal einer sagen, ich sei eingefahren..... Ich miste die Kleiderschränke der Kinder aus, räume auf und ordne Sachen neu. Den ersten "Schub" hat mein Kreativzimmer abbekommen. Stoff- und Folienreste sind entsorgt, alle Lagerbestände gecheckt und aufgefüllt, neue Nähnadeln sind gekauft, die Maschinen waren bei der Wartung und sind gereinigt wieder an Ort und Stelle und einsatzbereit usw. Ich brauche zum Arbeiten einfach ein klar strukturiertes und aufgeräumtes Umfeld. Ansonsten ist mein Hirn verstaubt und ich kann keine Prioritäten setzen, welcher Arbeitsschritt jetzt genau als nächstes dran ist. 

Heute bin ich dann beim schönsten überhaupt angelangt, ich habe "mein Nanuk", die Sweatjacke fertig genäht. Diese und eine Basic Sweathose habe ich mit allen Bestandteilen der maritimen Stickdatei von Rockqueen bestickt. Eine "gemütliche" Kombi für Zuhause ist entstanden und vor allem endlich fertig gestellt. Das war dann mein erstes gesticktes Mammutprojekt - traumhaft schön! Aber ich muss es Euch ein anderes Mal zeigen, da beide Teile mit Markierungsstiften, Avalonfolie und Stickflies voll sind. Also nähen, fotografieren und zeigen geht in dem Fall nicht. 

Warum erzähle ich das eigentlich alles "öffentlich"? So genau kann ich das gar nicht beantworten, aber ich habe mir vorgenommen, dass ich meinen Blog genau dafür benutze, warum ich ihn damals gegründet habe. Ich wollte für mich eine Art Tagebuch rund um meine kreativen Werke schreiben. Zum Einen, weil ich sehr gerne schreibe und zum anderen, weil ein Blog einfach beständiger ist, als die Facebook-Seite. Und dazu gehört auch, dass ich wieder regelmäßig schreibe. 

Zum Schreiben und Seele baumeln lasse brauche ich aber Zeit, um genau zu sein, Muße. Eben kein Zeitfenster von 9:45 Uhr bis 10:15 Uhr, in dem ich schnell irgendwas zu Stoff XY runterschreibe, sondern wirklich Zeit, in der ich schreiben möchte und nichts anderes im Hinterkopf habe, was unbedingt oder eigentlich wichtiger zu erledigen sein müsste. 

Und das habe ich dem Frühjahrsputz zu verdanken. Ich kann endlich nach ganz vielen Wochen sagen, dass ich "bei bin", wie es so schön heißt. 

Heute Nachmittag habe ich ein paar Label gebastelt und mit den süßen Stempeln von Zwergenstempel verziert. 

Im Hintergrund lief Luzifer, die letzte Folge der zweiten Staffel ( *heul* - was höre /gucke ich denn jetzt während der Arbeit?!), ich bin endlich wieder von Erkältungstee auf eine gute Tasse Kaffee umgestiegen und habe ein paar Plätzchen dazu gemümmelt. Außerdem schien die Sonne und es war mit 11 Grad schön mild, das Bürofenster gekippt, den Blick in den grünen Garten und hin und wieder zwitschern die Vögelten draußen. 

Ich hätte quietschen können vor Freude und Genuss, wie schön es ist, alle Pflichten erledigt und damit aus dem Kopf zu haben. 

Jetzt muss ich mal sehen, an welchen Projekten ich die heute erstellten Label verarbeite. 

Und das allergeilste ist jetzt gerade, dass es Donnerstag ist - und damit *Rumstag* und ich endlich mal wieder was zeigen kann. Auch wenn es schon recht spät ist, vielleicht hat ja noch jemand die Muße und verfolgt eine Schreiberei bis zum Schluss *lach*.

In diesem Sinne, genießt den Tag und macht was draus!

Eure Sandra 

Die Ebooks gibt es bei Makerist

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